Case Study 02ASFINAG · Kritische Infrastruktur2025–heute

UX-Qualität, die in
kritischer Delivery hält.

Eine Mautplattform wird modernisiert, während sie weiter funktionieren muss. Mein Job: Entscheidungen so klar machen, dass UX, Fachseite und Frontend nicht ständig wieder von vorn anfangen.

HerausforderungDie Plattform muss weiterlaufen, während wir sie umbauen. Dazu kommen viele fachliche Abhängigkeiten.
Meine RolleUX Lead · Senior UX/UI Consultant
Mein BeitragFachlogik sichtbar gemacht, mit dem Frontend-Lead entschieden, das bestehende PrimeNG-System zu modernisieren, und daraus wiederverwendbare Komponenten gemacht.
Ergebnis & EvidenzWeniger Designschleifen. Konsistentere Umsetzung.Im Delivery-Alltag beobachtet

Gemessen heißt: die Zahl stammt aus einer dokumentierten Erhebung im Projekt. Beobachtet heißt: die Veränderung war im Alltag sichtbar, aber nicht sauber erhoben.

ASFINAG Case-Study mit Mautplattform, Workflows und Interface-Artefakten
Schaubild 02 — Kontext, System und Wirkung

01 — Die Ausgangslage

Umbauen, während das System läuft.

Rund 80 fachliche Nutzer:innen arbeiten in einem Umfeld, in dem Fehler nicht einfach nur nerven. Gleichzeitig entwickelt ein großes Programm weiter. UX muss hier Orientierung geben, ohne die Delivery auszubremsen.

Der Kontext:40 bis 60 Beteiligte im Programmkontext, komplexe Rollen und eine Plattform, die nicht einfach pausiert werden kann.

Die eigentliche Aufgabe:Entscheidungen so dokumentieren, dass Fachseite, Design und Frontend am Ende dasselbe bauen.

02 — Die Wirkung

Weniger Interpretationsspielraum. Mehr gemeinsame Richtung.

rund 80Fachnutzer:innen im operativen Kontext
40–60Beteiligte im Programmkontext
1gemeinsame Komponentenlogik

Beobachtet, nicht gemessen: Das Design-Feedback wurde fokussierter, Komponenten wurden einheitlicher umgesetzt, offene Fragen kamen früher auf den Tisch. Die Zahlen oben beschreiben das Programm, nicht mein Team.

Artefakte aus einem laufenden Infrastruktur-Programm sind vertraulich. Anonymisierte Flows und Komponentenbeispiele zeige ich gern im direkten Gespräch.

Schema: oben bauen Fachseite, Design und Frontend dieselbe Entscheidung in drei Varianten; unten laufen alle drei auf eine dokumentierte Komponentenlogik zu.
Eine Entscheidung, drei Lesarten — und die gemeinsame Grundlage danach

03 — Der Lösungsansatz

Das Richtige zuerst klären.

Entscheidung: das bestehende System modernisieren.

Ausgangslage

Ein Design gab es schon. Auf PrimeNG, aber rudimentär: nicht responsiv, kaum modern. Die Fachseite hielt es für einen Prototyp. Im Frontend wurde jede Maske einzeln nachgebaut. Änderte sich etwas am System, musste es überall von Hand nachgezogen werden.

Auf dem Tisch
  1. Ein radikales Redesign: stark vereinfacht, selbsterklärend, mit einer übergreifenden Suche als Einstieg.
  2. Ein Wechsel auf ein moderneres, flexibleres Designsystem.
  3. Das bestehende PrimeNG-System modernisieren und daraus wiederverwendbare Komponenten machen.
Gewählt

Die dritte Option, abgestimmt mit dem Frontend-Lead. Neue Optik, klare Hierarchie über Überschriften und Intro-Texte, Komponenten, die einmal gebaut und überall genutzt werden. Bedient wird vor allem mit Maus und Tastatur. Touch muss das System trotzdem tragen.

Verworfen

Die übergreifende Suche gab die Datenstruktur dahinter nicht her. Systemwechsel und kompletter UX-Umbau waren so spät im Projekt nicht mehr drin: Der Livegang stand fest, die Features waren über die Leistungsbeschreibung gesetzt.

Der Kompromiss

Tabellenaktionen stehen jetzt im Klartext in einem Menü, nicht mehr nur als Icon. Das kostet Erfahrenen einen Klick. Neue sehen sofort, was passiert.

Danach anders

Dry Runs, in denen das Frontend zeigt, was gebaut wurde. Ein fester Termin mit der Ansprechpartnerin auf Kundenseite. Besuche vor Ort, da wo die Fachnutzer:innen arbeiten. Wünsche und Grenzen offen auf dem Tisch.

Nicht geklappt

Features zusammenlegen. Drei Funktionen, die eigentlich eine sein könnten, sind weiterhin drei. Dafür hätte die Leistungsbeschreibung neu verhandelt werden müssen, und dafür war es zu spät.

01

Fachlogik entwirren

Workflows, Rollen und Ausnahmen gemeinsam sichtbar machen. Erst dann lohnt sich der Sprung ins Interface.

02

Entscheidungen rahmen

Optionen mit ihren Konsequenzen nebeneinanderlegen, damit das Team entscheiden kann. Ein Beispiel dafür steht direkt darüber.

03

Delivery anschlussfähig machen

Komponenten, Zustände und Regeln so beschreiben, dass sie im Frontend nicht neu interpretiert werden müssen.

„In kritischer Delivery ist Klarheit Risikomanagement.“Was die Arbeit an Infrastruktur verändert

04 — Erkenntnisse

Was daraus hängen geblieben ist.

Frühe Fragen sind günstiger.

Wenn Widersprüche im Flow sichtbar werden, bevor sie im Code landen, spart das mehr als jede nachträgliche Politur.

Konsistenz braucht Gründe.

Ein Komponentenname allein überzeugt niemanden. Die Regel dahinter macht ihn im Alltag belastbar.

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